Saturday, July 30, 2005

Die ersten Wochen auf der DHARMA BUM III

Die ersten Wochen auf der DHARMA BUM III
 
Am 25. Juni flog ich los nach Tortola (Britische Jungerferninseln) und am 27. unterschrieb ich den Kaufvertrag fuer mein neues Boot DHARMA BUM III, einem Privilege 39 Katamaran.  Mit dem vorherigen Eigner ging es auf einen kurzen Segeltrip, bei dem ich mich mit dem Boot vertraut machen wollte.  Viel wurde daraus allerdings nicht, denn kaum waren wir unterwegs, zogen auch schon schwarze Wolken am Himmel auf und die Huegel der Insel verschwanden hinter weissen Regenschwaden.  Wir sahen zu, dass wir schleunigst wieder in den Yachthafen bei Sopers Hole kamen.  Immerhin konnten wir eine grosse Seeschildkroete beobachten.
 
Die naechste Woche verging mit vielen Trips nach Road Town, denn ich wollte etliches am Boot machen lassen.  Da die Taxipreise einfach zu absurd waren - US$110 vom Flugplatz zum Yachthafen, eine halbstuendige Autofahrt - habe ich mich einzig und allein par Anhalter fortbewegt.  Das klappte allerdings vorzueglich, denn meist hielt das erste Auto und oft ergaben sich sehr interessante Gespraeche. 
 
Leider musste ich feststellen, dass die horrenden Preise nicht nur fuer die Taxis galten (neues stehendes Gut US$13.520) und so beschloss ich, die groessten Reparaturen auf einer preisguenstigeren Insel ausfuehren zu lassen.  So waren die beiden 40 PS Volvo Dieselmotoren 1999 auch auf einer anderen Insel (St. Maarten) eingebaut worden. 
 
Auch sonst gab es ein paar Ueberraschungen.  Ein Bareboat ist anscheinend bare, denn es gab weder einen Eimer, Segelsaecke, noch sonst irgend etwas an Bord.  Immerhin genau zwei Segel, naemlich das Gross und die Rollgenua.  Reicht ja eigentlich auch fuer den Anfang. 
 
Eines wunderschoenen Tages arbeitet ich gerade in den Tiefen eines Maschinenraums, als ein grosser Ruck durch mein Boot ging.  Es war die "Virgin Dancer" von den "Virgin Traders", einer Flotte riesiger Motorboote fuer den Charterbetrieb.  Er rammte mich, stinkendes Fieberglas flog in alle moeglichen Richtungen und anschliessend rauschte der Kaeptn noch in zwei weitere Boote hinein.  Es erinnerte mich an einen aehnlichen Zwischenfall 1994 im San Diego Yachtclub.  Es gab weder eine Entschuldigung noch sonst irgend etwas. 
 
Inzwischen waren auch meine Frau Liping & mein kleines Toechterlein Aurora Ulani angekommen und hatten die Chance sich an Ihr neues Zuhause zu gewoehnen.  Mit einem Alter von nur 1 1/2 Jahren war Aurora eindeutig im Vorteil.  Im Nullkommanichts hatte sie herausgefunden, wie man die steilen Stufen in die beiden Ruempfe hinauf- und hinunternavigierte.   Ich dachte schon, dass alles besser gehen wuerde als erwartet, als meine Suesse die elektrische Schalttafel entdeckte und promt alle Schalter umlegte, derer sie habhaft werden konnte.  Da gab es also fuer Papa und Mama noch allerlei zu lernen. 
 
Was ihr auch prima gefiel, waren die vielen Tarpon, Mahi Mahi und anderen Fische direkt am Boot.  Als ein paar Delphine vorbeigeschwommen kamen, wurden sie allerdings kurzerhand als "Hunde" tituliert.
 
Urspruenglich hatten wir ja vorgehabt, auch ein wenig herumzusegeln.  Daraus wurde allerdings nichts, denn bei dem einen Motor fiel die Lichtmaschine aus und bei dem anderen kam Wasser in das Getriebe des Saildrives und sorgte so dort fuer "Mayonnaise".  So it goes....
 
Immerhin hatten diese unangenehmen Zwischenfaelle zur Folge, dass wir uns mit einigen Leuten gut anfreundeten.  Mike & John fingen ein paar wirklich spektakulaere Hummer, welche von Joey & Nancy fachgerecht zubereitet wurden.  Allein die Beine reichten fuer sechs Erwachsene und unseren kleinen Wicht.  Es waren ohne Zweifel die besten Lobster, welche wir je genossen haben.  Dann war da noch Jean-Pieere, der genau wie John ueberall in Franzoesisch Polynesien herumgesegelt war.  Und Brian, der mit seinem winzigen Wharram kat aus Suedafrika heruebergekommen war. 
 
Nur allzuschnell war unsere Zeit in den BVI abgelaufen.  Nur wartet DHARMA BUM III auf uns, um am Ende der Hurrikan-Saison nach Trinidad gesegelt zu werden.  Dort wird repariert, was das Zeug haelt und anschliessend geht es weiter in Richtung Panamakanal, den wir bis Ende Maerz passiert haben muessen.  Sonst haut das mit den Jahreszeiten in der Suedsee nicht mehr so richtig hin. 

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