Sunday, April 10, 2011

//WL2K Holli042/2011 - So., 9.4.2011 - 34. Tag - 05=?ISO-8859-1?Q?=B026.81'S 071=B0?=45.81'E

Sonntag, der 10. April 2011

Moin to Hus,

Heute morgen um 7:00 Uhr Ortszeit weckte mich die beste aller Frauen & sagte mir, daß wir direkt vor der Einfahrt ins Peros Banhos Atoll in dem Chagos Archipel stünden. Dann meinte sie noch: "Am besten guckst du mal nach draußen..."

Ich sah gleich, was sie meinte. Squalls, Squalls & noch mehr Squalls. Von Horizont bis Horizont. Ich bin also gleich in meine guten Regenklamotten "Made in Taiwan" geschlüpft & los ging es durch den Paß. Die Strömung war sehr stark, aber dafür gab es keine "Bommies" (Coral Heads), so daß wir im Blindflug durch das Atoll fahren konnten. Kurz vor Mittag fiel der Anker in sehr tiefem Wasser (28 Meter), denn alles andere war zu dicht am Riff oder an anderen Booten.

Ich war noch mit dem Entwirren der Ankerkette beschäftigt , da kamen Arne aus Hamburg und sein Sohn Lennart mit grünen Trinkkokosnüssen an. Wir haben kurz geschnackt, Aurora ist mit den beiden abgezischt & ich bin los zu Yvon. Als ich nämlich Arne wegen meines Kindfaustgroßen Furunkels nach seinem "Medizin an Bord" Buch fragte, erzählte er mir, daß wir gleich zwei Ärzte hier auf den anderen Booten hätten. Das war natürlich allererste Sahne, denn das Teil tat inzwischen richtig weh und ohne vernünftige Sterilisation wollte ich da nicht unbedingt selbst dran rumdoktern.

Der sehr sympathische Franzose lebt auf einem winzigen Boot mit drei Kindern, einem oberlauten Papagei, zwei Wellensittichen, einem Pudel und seiner Frau. Schon seit vielen Jahren im Indischen Ozean. Wir verstanden uns sofort sehr gut. Er sah sich die Geschichte an & meinte, daß er am späten Nachmittag zu uns an Bord kommen würde, um die "Operation" durchzuführen.

Ich dachte erst, daß Yvon Witze macht. Dem war aber nicht so. Unser Sofa wurde zum OP-Tisch und bald ging es richtig zur Sache. So richtig mit Latex-Handschuhen, Betäubung, unzähligen Spritzen usw. usf. Dauerte auch ganz schön lange, aber das kam mir wahrscheinlich nur so vor. Schmerzhaft. Nach jeder großen Mahlzeit, soll ich 1000 mg Bristopen-Antibiotikum schlucken und außerdem noch vier Mal am Tag 1000 mg Paratecamol (aber auf gar keinen Fall Aspirin, Ibuprofen oder so was). Außerdem sollte ich anfangen Bier oder Wein zu trinken, denn bald würde es wohl weh tun <Schluck>.

Bis jetzt geht es aber noch. Die "Operation" selbst war weitaus schmerzhafter. Drinks oder gar Bezahlung hat er entrüstet abgelehnt, obwohl er alle "Zutaten" aus eigener Tasche bezahlt hat. Sieben Tage darf ich nicht ins Wasser - und solange wird er wieder kommen und nach dem Rechten sehen.

Aurora ist ob der vielen Kinder total glücklich, zumal der Sohn von Yvon von ihr Chinesisch lernen will, da er das nächstes Jahr in der Schule braucht. Wir wissen jetzt schon, daß wir uns hier mit Yvon & Arne sehr wohl fühlen werden. Und neben uns liegt überhaupt Graeme mit seiner Rebecca, der in Asian-Phuket direkt neben uns lag. Ich hatte von ihm geschrieben. Und von der Natur her ist dieses das schönste Atoll, das ich je gesehen habe. So klares Wasser habe ich bis jetzt nur auf vielen tausend Metern Tiefe gesehen (liegt an den vielen Pässen, durch die das Wasser ein- und ablaufen kann), ich konnte den Grund auf 30 Metern Tiefe (!!!) glasklar sehen. Und Fische... Wenn ich über Bord gucke, dann sehe ich so etwa 20 bis 30 fast meterlange Viecher direkt hier an meiner Bordwand. Die Kulisse ist ... schwer zu beschreiben, da die Sprache durch die vielen Reiseprospekte ermüdet ist.

Wir werden auf jeden Fall viele Fotos machen und später verschicken.

So, daß muß erst einmal genug sein. Ich bin unglaublich müde und Liping versteht nicht einmal mehr, was sie liest. Nur Aurora ist noch voll fit.

Viele liebe Grüße aus dem Paradies, dieses Mal dem wirklichen, echten, unglaublichen.

Aurora Ulani, Liping & Holli
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At 4/10/2011 4:50 PM (utc) our position was 05°26.81'S 071°45.81'E