Thursday, September 01, 2011

Hamsti taking a lunchtime nap

Hamsti taking a lunchtime nap

Aurora Ulani & Hamsti

Aurora Ulani & Hamsti

Mauritian Birthday Party

Mauritian Birthday Party

Men in Red

Arne (IEMANJA), Holg (DHARMA BUM III), Michael (TANOA)

Holger, Liping & Aurora Ulani auf der DHARMA BUM III in Madagaskar

Liebe Freunde,                                                           1.September 2011
 
Nach Asien, Chagos und Mauritius sind wir nun in Madagaskar gelandet.  Eigentlich hatte ich hier meinen 50. feiern wollen, aber nun waren wir ein Jahr und drei Monate zu spät angekommen.  Chagos war natürlich einzigartig & ich hätte gut und gerne noch etwas länger dort bleiben können.  Leider hatten wir nur eine Ankergenehmigung für einen Monat & langsam fing auch das Essen an etwas eintönig zu werden.  Morgens, mittags und abends Fisch ist nicht so mein Fall, zumal ich eh kein Fischesser bin.  Der Yellowfin Tuna, den wir kurz nach unserer Abfahrt gefangen hatten, schmeckte allerdings vorzüglich, vor allem roh mit Wasabi und Sojasoße. 
 
Auch die Segelei war überaus angenehm.  Einige andere Leute meinten zwar 25 Knoten wären zu viel des Guten, aber unser Kahn kam dabei gerade erst richtig in Schwung und so dauerte es nur um eine Woche bis wir in Mauritius einklarieren konnten.  Das war gar nicht so einfach, da mein eines Getriebe streikte und ich den Gang nicht raus bekam. 
 
Die drei Monate in der Grand Baie waren ruhig & gemächlich.  Liping beklagte sich schon, daß sie nichts mehr für ihr Blog zu schreiben hätte, da gar keine Katastrophen mehr passierten.  Wir verbrachten ausnahmsweise einmal mehr Zeit mit anderen Yachties, die wir teilweise schon seit Fidschi (IEMANJA), Panama (TANOA) oder sogar Trinidad (DO IT) kannten.  Wir lernten auch viele neue kennen & freundeten uns an.  Besonders gut verstanden wir uns mit OBERON aus Neukaledonien, die wir in Chagos nur ganz kurz getroffen hatten.  OBERON war ebenfalls vor etwa 20 Jahren in Kourou gewesen, aber da er in Cayenne und ich in Kourou war, hatten wir uns damals nicht getroffen. 
 
Natürlich lernten wir wieder Chinesen & Einheimische kennen, aber eines Tages kam auch der deutsche Ehrenkonsul mit seiner Familie zu uns an Bord.  Außerdem besuchte uns mein alter Freund Nick aus Taiwan, der uns schon in Langkawi und Phuket besucht hatte.  Bis jetzt war er auf der ganzen Reise der einzige Besucher, der aus einem anderen Land angeflogen kam.  Während es bei unserer Ankunft noch schön warm gewesen war, so merkte man später doch deutlich, daß der Winter begonnen hatte.  Die Abendessen wurden von der Plicht nach drinnen verlegt, die Fahrten mit dem neu erstandenen Strandkajak fielen ganz aus. 
 
Wir bekamen auch ein neues Crewmitglied, und zwar Hamsti, den Goldhamster.  Aurora ist absolut vernarrt in ihn.  Er lebt in einer großen Plastikkiste, rennt in seinem hellblauen Laufrad herum & frißt wahre Unmengen von Karotten, Gurken, Frühlingszwiebeln, Weintrauben, Äpfeln, Haferflocken, usw. usf.  Wasser will er keines trinken.  Dafür hat er eine Luxusvilla aus Sperrholz, die Michael von der TANOA für ihn gezimmert hat.   Michael hat uns überhaupt viel geholfen, war oben im Mast, hat gelötet, eine neue Lampe angebracht und vieles weiter mehr.  Wir versuchten uns zu revanchieren, indem wir ihn öfters zum Essen, zu Bier und zu Grog eingeladen haben.  Trotzdem stehen wir tief in seiner Schuld.  Vielen, vielen Dank, Michael! 
 
Das Ausklarieren war ob des defekten Getriebes wieder ein Akt, aber glücklicherweise bekam Liping trotzdem nichts für ihr Blog zu schreiben.  Dabei fällt mir ein, daß ich ganz vergessen habe zu erzählen, daß mein Roman "Double Trouble at Sea" inzwischen als Kindle-Version bei Amazon zu haben ist.  Für die Druckversion lese ich gerade Korrektur.  Es ist kaum zu glauben, wie viele Fehler sich trotz der vielen Mühe dort eingeschlichen haben.  Liping hat noch etliche weitere gefunden, so daß ich schon ganz niedergeschlagen wurde und sie mich trösten mußte.  Sie meinte nämlich, es wären alles nur Kleinigkeiten & sie fände, daß ich ganz ausgezeichnet schreiben würde.  Dieses Lob freut mich besonders von ihr, da Liping ja selbst in der Zeit wo sie noch voll gearbeitet hat, so ganz nebenbei bis zu 25 Romane pro Woche durchgelesen hat.  Außerdem weiß ich, daß sie auch meint, was sie sagt. 
 
Ich werde versuchen das Teil noch vor Weihnachten fertig zu kriegen.  Leider ist der Preis mit fast US$ 20 pro Roman recht gesalzen.  Alleine die Produktion ist doch recht teuer. 
 
Der Törn nach Ile Sainte Marie an der Nordostküste Madagaskars ließ sich ganz gut an.  Die ersten drei Tage hatten wir angenehme Winde von hinten, so daß wir nur unter der Rollgenua gemütlich dahinzuckelten.  Der Schwell war allerdings beträchtlich, so daß beide Mädels wieder einmal seekrank wurden.  Da hatten sie zum Teil aber selber Schuld, denn in ihrer Dickköpfigkeit haben sie sich geweigert, ihr Mittel gegen Seekrankheit zu schlucken.  Wie heißt es noch?  Wer nicht hören will, muß fühlen! 
 
Am 4. Tag wurde das Wetter zum richtigen Schietwetter.  Da hatten wir allerdings erst die  Hälfte der Strecke hinter uns.  So blieb es leider, bis dann der Wind vollkommen ausblieb.  Kein Wind, keine Sonne - also auch kein Strom.  So mußten wir den vermaledeiten Diesel doch anschmeißen, um Strom zu erzeugen.  Und heißes Wasser zum Duschen, denn so richtig warm wollte es immer noch nicht werden.  Außerdem sah es verflixt danach aus, als ob wir am Wochenende einklarieren müßten, was oft teure Überstundengebühren nach sich zieht.   
 
Bei der Einfahrt nach Ambodifototra bemerkte ich eine Fontäne & wenig später konnte wir eine Familie recht großer Buckelwale beobachten, die eine ganze Zeit in unserer Nachbarschaft herumprusteten.  Bei Abtauchen konnte man ganz deutlich die Fluke sehen, wie man es aus dem Fernsehen oder von Zeitschriften her kennt.  So etwas sah ich zum ersten Mal, obwohl ich schon öfter Wale zu Gesicht bekommen hatte.   
 
Das Einklarieren wurde eine recht teure Angelegenheit.  Erst einmal bekam das Finanzamt € 53 pro Person für ein 90-Tage-Visum, dann bekam die Polizei (welche die ganze Arbeit mit dem Unsinn hatte) eine kleine Flasche echten schottischen Whisky.  Die Küstenwache wollte € 23 haben, gaben uns aber eine Quittung.  Der extrem fette & schmierige Zollbeamte verlangte eben falls € 23, die er vor meinen Augen ganz unverhohlen in seine eigene Tasche steckte.  Dann wollte er auch noch Whisky haben, aber den hat er von mir nicht bekommen.  All dies war eigentlich schon schlimm genug, aber was noch viel unangenehmer aufstieß, war die Tatsache, daß wir nicht an unser Geld herankamen.  Kein CIRRUS oder MAESTRO Geldautomat und auch der VISA-Geldautomat akzeptierte meine nagelneue Karte von der Postbank nicht.  Schließlich blieb uns nichts anderes übrig als über die Kreditkarte einen Barkredit aufzunehmen, was meist eine extrem teure Angelegenheit ist. 
 
Ansonsten war kein Zweifel, daß wir in einem der ärmsten Länder der Erde angekommen waren.  Überall Schlamm & verfallene Hütten mit verrosteten Blechdächern.  Man konnte kaufen, was man in den westlichen Industrieländern auf den Müll wirft.  Liping und ich erlebten tatsächlich eine Art Kulturschock, obwohl wir nach all diesen Jahren eigentlich dagegen gefeit sein müßten.  Schließlich war ja auch Kiribati extrem arm gewesen - aber irgendwie war das Gefühl dort ein gänzlich anderes.  Obwohl Kiribati weitaus abgelegener ist, hat man dort nicht ein derartiges Gefühl der Hoffnungslosigkeit.  Trotz des steigenden Meeresspiegels und der horrenden Überbevölkerung.  Das Lächeln eines I-Kiribati ist tatsächlich so bezeichnend, daß man sofort sehen kann, wo er her kommt!  Ich habe das höchstselbst ausprobieren dürfen und als ich nachfragte, stellte sich heraus, daß der Mann tatsächlich aus Kiribati kam. 
 
Dazu kommt noch, daß Ile Sainte Marie untypisch für Madagaskar sein soll, da es hauptsächlich vom Tourismus lebt.  Nun, wir werden es erleben, denn wir planen drei Monate lang im Lande zu bleiben, wobei wir langsam auf der Ostseite nach Norden segeln und dann auf der Westseite wieder nach Süden segeln werden, bevor wir den Sprung über den Mozambique Channel nach Richards  Bay in Südafrika wagen.  Erst einmal braucht Liping allerdings ein Visum, was hoffentlich nicht bedeutet, daß sie deswegen in die Hauptstadt Antananarivo reisen muß, die weit im Inneren des Landes liegt.  Aber auch das werden wir irgendwie geregelt bekommen.  :-)   Auf jede Fall wollen wir uns die einzigartige Fauna und Flora hier genauer ansehen.  Es ist der Hauptgrund, warum ich seit über 20 Jahren auf diese viertgrößte Insel der Erde wollte.  Auch mein Freund Roy Starkey von der SEA LOONE (ebenfalls ein alter Bekannter aus Kourou), der in dieser Hinsicht auf der gleichen Wellenlänge ist wie ich, hat diese Insel als die interessanteste von allen erklärt.  Und Roy ist schon seit Anfang der 70er auf seinem selbst gebauten Ferrozementboot unterwegs, wobei er 2 1/2 Mal den Erdball umrundet  hat.  Ich muß ihm unbedingt schreiben, daß ich endlich hier angekommen bin! 
 
Viele liebe Grüße von
 
Holger, Liping & Aurora Ulani
Catamaran DHARMA BUM III
Ile Sainte Marie, Madagascar
16°59.96'S 049°50.81'E

Monday, June 13, 2011

Our friend & fellow yachtie Cap'n Fatty of WILD CARD wrote another book

"There are currently around 2,000 Somali pirates actively engaged in stealing, kidnapping, extorting, enslaving, imprisoning, torturing, terrorizing, and killing innocent sailors in the Indian Ocean. Piracy in this area currently generates over $238 million annually, and costs the public around..."
 
Gary Cap'nFatty Goodlander 11:27pm Jun 12
Hot off the press...

Editor: How did this latest book come about?
 
FATTY GOODLANDER: Minutes after the news hit that the yacht Quest was seized by Somali Pirates, I was asked by an editor to write a magazine article about it. There were three obvious reasons: Carolyn and I personally knew Jean and Scott Adam, we'd transversed the Gulf of Aden the previous year, and we'd just published a book about it called Red Sea Run—Two Sailors in a Sea of Trouble.  The editor and I assumed, of course, that this unfortunate situation would develop along classic lines, and that the four Americans would be held hostage in Somalia for many months until a ransom was paid. A few days later—when we heard the crew of Quest had all been killed in cold blood—everything changed for me. I was completely outraged and sad and angry and upset… so I pounded out my frustrations on the keyboard. About 70,000 words into it, my wife Carolyn gently reminded me that it was a tad long for a modern magazine article.
 
Editor: Where and when did you meet Jean and Scott of Quest?
 
FATTY GOODLANDER: In Opua, New Zealand, either in 2005 or 2006. They'd circumnavigated South island, and we were quite interested in their experiences in the Roaring 40s. And, of course, they were just setting out on their global circumnavigation—and had a few questions for us, as well.
 
Editor: What were they like?
 
FATTY GOODLANDER: They were very lit-up, turned-on sailors. Scott really loved his new boat, and was proud of its design and construction. Jean was a lovely person—brimming over with enthusiasm and love. To think that they are no longer with us because of such… high seas criminal savagery is… totally unacceptable. It took me a month or two to completely process it, to have it really sink in that… they're gone, really gone, and gone forever.
 
Editor: Did you also know Bob Riggle and Phyllis Macay?
 
FATTY GOODLANDER: No, we did not. In fact, Phyllis joined the Quest at the last minute in Sri Lanka. She'd been on a different vessel, had had a serious eye problem, and was recuperating ashore in the home of a local ship's agent in Gaul. She and Bob were already good friends—from where and how I don't know. Part of the motivation of Jean and Scott to invite her aboard might have been to… well, help a damsel in distress. She was still alive when the US navy boarded the Quest, but expired soon after.
 
Editor: Were Jean and Scott deeply religious and distributing bibles around the world?
 
FATTY GOODLANDER: Yes, they were, and, yes, they did. But in our encounters with them—they never mentioned Jesus, religion or bibles to us. It certainly played no part in their being initially pirated. And whether it played any minor role at the end—well, we'll probably never know, not for sure.
 
Editor: How bad is piracy in the Indian Ocean?
 
FATTY GOODLANDER: It is bad, real bad. The true figures, in terms of loss of life, are just now beginning to emerge. Sure, only seven Westerners have been recorded in the international media as murdered—but no one is counting the hundreds of Indonesian, Bangladeshi, Thai, Burmese, Malaysian, Maldivian, Sri Lankan, and Pakistani sailors who are being enslaved, tortured, and murdered on a daily basis. Many of the pirate mother ships are now manned almost entirely with captured crews—held in brutal bondage by a few heavily-armed, extremely cruel Somalis. Thus, we can't just 'blow the mother ships out of the water' and pat ourselves on the back—because most of the people we'd kill would be dark-skinned hostages, not pirates. The leaders of some pirate  mother ships just select a captured crew member when approached by a Western naval vessel—and severely beat that innocent, terrified person in plain view until the naval vessel sickens and turns away. The situation is, literally, an international outrage. There are now around 2,000 pirates in the area. They grossed 238 million dollars last year alone. It costs the general public 12 billion dollars—that is billion with a capital B! Five years ago, the average ship ransom was $150,000 or so, Now, they average over $2 million. And the highest ransom ever paid was just a few months ago, in April 2011, when the Greek owners of the Irene SL paid $13.5 million to get their VLCC (Very Large Crude Carrier) and its crew back after 58 days. Basically, a bunch of barefoot teenagers who high on khat have stolen the Indian Ocean.  
 
Editor: Aren't yachtsmen sailing in that area almost asking for it?
 
FATTY GOODLANDER: No, emphatically no. No woman asks to be raped. No taxi driver asks to be stabbed. And no innocent working man asks to be shot or car-jacked on his way home. It is HORRIBLE to blame the victim. Jean and Scott weren't attempting to do anything that I and 120+ vessels didn't do the year previous—exercise the Freedom of the Seas as they transited towards home waters via the Red and Mediterranean Seas. I mean, should we evacuate Chicago AND New York City because some punk in Philly blew away a guy in car? Of course not. Don't blame the victim, blame the perpetrators!
 
Editor: Why hasn't this been solved long ago? Why not just blow the pirates out of the water—like in the Good Old Days?
 
FATTY GOODLANDER: It isn't that easy. If it was, we'd have solved it back in 2008 when the media first focused on the Ukrainian ship MV Faina being captured with a full cargo of tanks, anti-aircraft guns, and RPGs. First off, the Indian Ocean is a big area. It is ten times bigger than the USA, and it is patrolled by 20 relatively slow-moving ships. Just imagine if, in the continental United States, two cops on bicycles were told to patrol the entire area—and stop crime. Could they do it? No, they could not. Too few cops, too large a neighborhood. The second factor is that Somalia is a failed state. The reasons for this (which I delve into in the book) are complex and many—but the bottom line is that many young Somali men are unable to feed their families on $2 a day, and are desperate. I'm not making excuses for them, just stating an obvious economic truth. Compare this to the pirate shore teams whose members are averaging $17,000 per year per person—and the average successful on-the-water pirate earning $72,000 per.  There's even a $5,000 bonus paid to the first pirate 'jumper' who gains the deck. Why, there's even an informal 'pirate stock market' of sorts in Harardheere—through which the average Somali business man can invest. And there's no penalty for piracy, for all intends and purposes. Very few pirates get caught, and 90% of them are released. Many pirates have been 'captured' or detained numerous times by various Western navies—and then returned to Somalia at taxpayers expense. Many of these dreaded pirates are, in reality, just scared kids away from home for the first time. One of the pirates on the Quest was 15 years old, and returned to his parents by the US without any punishment whatsoever. There is, of course, no justification for what the pirates are doing or the violence they engage in. But the pirates are—or think they are—acting in their own self-interests. We have to understand that. And we also have to understand and acknowledge that our current anti-piracy policies are failing dismally to combat the problem.
 
Editor: Why did you feel compelled to write this book?
 
FATTY GOODLANDER: I am, and have been my entire life, a strong advocate of freedom of the seas. I've lived aboard various small sailing vessels for 51 of my 59 years. I've sailed around the world—and then some. I believe—no, I know—that no lifestyle provides as much pleasure, stimulation, and personal freedom as that of an international sea gypsy. I do not want to be among the 'last American circumnavigators.' I want to keep doing what I've been doing my entire life—sailing offshore. And I want to leave the world a safer, more peaceful place for my granddaughter, not a more violent one. (end) For more info: fattygoodlander.com
Gary Cap'nFatty Goodlander posted in Fans of Cap'n Fatty .
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Grand Bay, Mauritius
20°00.75'S 057°34.66'E
 

Monday, June 06, 2011

Noch ein paar Bilder (Mauritius)

Viele Grüße aus der Grand Baie in Mauritius 20°00.77'S 057°34.70'E

Moinsen,
 
Ich weiß gar nicht so recht wo ich anfangen soll.  Der letzte Beitrag stammt vom 11. April, als wir gerade im Peros Banhos Atoll im Chagos Archipel angekommen waren.  Inzwischen ist schon der 2. Juni und viel ist passiert. 
 
Nach nur 9 Tagen vor der Ile du Coin schwang der Wind um, so daß der Ankerplatz ungemütlich und gefährlich wurde.  Wir sind also ein paar Seemeilen weiter zur Ile Fouquet gefahren, wo wir wiederum auf sehr tiefem Wasser geankert haben.  Dort lagen wir geschützt, was sich allerdings bei einer plötzlich auftretenden "Squall" sehr schnell ändern konnte.  Es waren so viele Kinder dort, wie Südafrikaner Bill von der JENAIN sie in den vielen Jahren in denen er schon nach Chagos kommt, noch nie gesehen hat.  Kein Wunder, daß Aurora Ulani befand, noch nie an einem schöneren Flecken gewesen zu sein.  Es war aber auch wirklich einmalig.  Alle Inseln im Atoll sind unbewohnt und werden als Naturschutzgebiet von dem British Indian Ocean Territory (BIOT) Schiff BPV PACIFIC MARLIN rigoros kontrolliert.  Als Folge gibt es Unmengen Fische in einer unvergleichlichen Artenvielfalt. 
 
Bill gab mir ein paar Haken, Gummitintenfische, Blei, Angelsehne und viele gute Tips, so daß ich gleich bei meinem ersten Versuch vom Schlauchboot aus erfolgreich Bonitos fing.  Bei der Ile du Coin konnten wir sie während der Feeding Frenzy sogar von Bord aus fangen, wenn wir nur irgend eine Art Haken ins Wasser hängten und damit an der Oberfläche herumplätscherten.  Unglaublich! 
 
Das Trolling vom Schlauchboot aus war da schon ein wenig komplizierter.  Man mußte immer aufpassen (nicht nur auf Riffe und Korallenköpfe), daß der Köder ab und zu einmal - aber nicht ständig - zur Wasseroberfläche kam, wozu das Dinghy in Gleitfahrt sein mußte.  Kleine Köder, kleine Fische, vielleicht 50 cm lang.  Grosse Köder, mehr Geschwindigkeit, größere Fische, so etwa 75 cm lang.  Nach kurzer Zeit bin ich nur noch auf Lipings Anweisung hin losgefahren, um schon nach kurzer Zeit mit genügend Fisch für die nächsten Tage wiederzukommen.  Das war oftmals  eine recht anstrengende Arbeit, vor allem wenn man gegen Wind & Wellen brettern mußte.  Sobald ein Fisch am Haken war, mußte man den Fisch mit dicken Lederhandschuhen so schnell wie möglich einholen, weil man ihn sonst sofort an einen der zahllosen Haie verlor.  Die waren aber nur dann aggressiv, wenn sie gerade einen Fisch futtern wollten, den man sich selbst zugedacht hatte.  Schnorcheln & Schwimmen waren immer und überall möglich. 
 
Bill & Paul von der BYAMEE waren nicht so erpicht auf die Bonitos und setzten alles dran, um Rote Schnapper von unglaublichen Ausmaßen, eine der vielen Zackenbarscharten, Jobfisch, Coral Trout oder andere Fische zu fangen, die mehr weißes Fleisch haben.  Ich habe es auch ein paar Mal mit dem Bottom Fishing versucht, aber da ich jedes Mal Haken und Blei verlor und es manchmal überhaupt nicht bemerkt hatte, bis ich die Leine einholte um nachzusehen, gab ich es bald wieder auf.  Zum einen hatte ich nur sehr wenige Haken und zum anderen hatte Liping inzwischen viele verschiedene Arten ausprobiert Bonito zuzubereiten, daß es im Prinzip gar nicht mehr Not tat.  Nicht zu vergessen, den überaus nützlichen Tip von Bill!  Sobald der Bonito im Beiboot ist, ihn mit einem alten Handtuch bedecken, um ihn ruhig zu stellen.  (Einen Hai soll man dazu auf den Rücken drehen.)  Dann ein kurzer Stich mit dem Icepick direkt ins Hirn, die Kehle durchschneiden und sofort ausbluten lassen.  Letzteres ist enorm wichtig.  Im Prinzip klappte auch alles ganz gut, aber manchmal kam ich trotzdem von Kopf bis Fuß mit Blut besudelt (und in sehr schlechter Laune) wieder und fühlte mich so, wie meine Tochter mich in Chagos immer nannte:  Massenschlächter der Unschuldigen!
 
Aber irgend etwas essen muß man ja & der mitgebrachte Proviant wurde bald auf allen Booten knapp.  Schon nach kurzer Zeit gab es zu jeder Mahlzeit Fisch und zwischendurch als Snack oder abends zum Bier ebenfalls.  Als wir einmal die Leute von MURUNGARU und BYAMEE einluden, übertraf Liping sich selbst und stellte fünf komplett verschiedene Fischgerichte auf den Tisch, so daß unsere Gäste aus dem Staunen gar nicht mehr heraus kamen. 
 
Leider ging der eine Monat unserer Ankergenehmigung viel zu schnell vorüber & wir mußten uns auf den Weg nach Mauritius machen.  Gleich beim ersten Versuch fingen wir einen großen Yellowfin Tuna (Gelbflossen-Thun), dessen frisches Sahimi mit dem mitgebrachten Wasabi einfach unübertrefflich war.  Kaum war der Haken wieder im Wasser war auch schon ein Mahi Mahi (Dorado, Dolphinfish, Goldmakrele) dran - aber unser doofer Autopilot suchte sich just diesen Moment aus, um mal wieder auf "Standby" zu schalten.  Die Genua schlug back, wir hatten erst einmal anderes zu tun & der Fisch kam wieder frei.  Doch schon wenig später ging uns ein großer Skipjack Tuna oder Bonito (bin mir noch nicht sicher was es denn nun war) an den Haken, der dann auch als Filet auf unserem Tisch endete.  Da hatten wir dann erst einmal genug Fisch & hörten auf mit dem Angeln.  Komischerweise hatte wir danach nicht einen einzigen Biß mehr.    
 
Da es oft mit 22 bis 25 Knoten wehte und Flauten ganz und gar ausblieben, waren wir schon nach 11 Tagen in Port Louis, wo wir an der Betonpier anlegten, um einzuklarieren.  Mittags ging es schon wieder los, denn wir hatten keine Lust mitten in der Stadt im Yachthafen zu liegen.  Natürlich kam der starke Passat genau von vorn, so daß wir fast vier Stunden bis zur Grand Baie im Norden der Insel brauchten. 
 
Weniger schön war, daß es mal wieder reichlich Bruch gab.  Die eine Lichtmaschine macht nur noch alle Jubeljahre einmal Strom (schlecht repariert in Langkawi), beim anderen Motor bekam ich den Leerlauf nicht mehr rein & der Windgenerator verabschiedete sich vollkommen (Thermostate kaputt).  Dann sind da noch die strukturellen Fiberglasschäden im Mittelteil vorne (schlecht repariert in Thailand) und etliche andere Sachen. 
 
Wir mußten hier  schon zwei Mal umankern, denn ein "Schreihals" (der hier Segeln unterrichtet) hat uns immer weiter in die Bucht reingescheucht.  Dabei hatten wir die Küstenwache (die kontrollieren hier ständig) extra gefragt, ob wir an dieser Stelle ankern dürften.  Man will sich ja nicht unbedingt gleich am Anfang mit den Einheimischen anlegen.  Die ersten beiden Stellen hielt unser Anker prima, jetzt bin ich allerdings nicht mehr so begeistert.   Wir haben vorne eine Ankerboje dran, was anfangs auch ein wenig Streß  verursachte.  Mein Tiefenmesser und die Karte hatten beide 5 Meter Tiefe angezeigt, so daß ich ein 7 Meter langes Tau verwendet habe, da man ja auch noch Knoten machen muß.  Trotzdem verschwand meine (harte) Boje unter der Wasseroberfläche, wo sie eine Gefahr für vorbeibretternde Motorboote darstellte.  Es blieb mir also nichts anderes  übrig, als vom Schlauchboot aus eine weitere Boje an der ersten zu befestigen, was nur unter größten Anstrengungen und wüsten Flüchen gelang.  Brille, T-Shirt usw. war alles naß, schlammig und salzverkrustet als ich fertig war.  Und natürlich ist meine alte Furunkel-Wunde an der Hüfte bei dieser Gelegenheit wieder aufgebrochen, so daß ich sie weiterhin mit Betadine desinfizieren muß & einen Verband tragen darf.
 
Am Mittwoch nach unserer Ankunft waren wir erst einmal bei dem großen französischen Supermarkt Super U und haben einen ganzen Berg von Köstlichkeiten eingekauft.  Brie & anderen französischen Weichkäse, Emmentaler, Knoblauchwurst, Pate, Leberkäse, Tomaten, Butter, Baguetten und so weiter.  Ulani war von unserem Abendbrot dermaßen begeistert, daß sie nur noch am Juchzen war.  Und ich Blödmann habe mich natürlich überfressen.  War wohl schlicht und einfach zu viel Fett.  (Wer nicht hören will, muß fühlen.)
 
Das konnten wir uns leisten, weil das französische Futter hier billiger ist als in Frankreich!  Wie kann das nur angehen?  Ich nehme an, daß die Mehrwertsteuer hier nicht so absurd hoch wie in Europa ist, aber das ist natürlich nur eine Vermutung.
 
Inzwischen kommt wieder Kühlwasser aus dem Auspuff & ich kriege auch den Leerlauf mit einigen Schwierigkeiten wieder rein, obwohl ich gar nichts getan habe.  Die Thermostat-Bimetalle für den KISS-Windgenerator werde ich eventuell aus Trinidad oder Amiland ordern müssen.  Mal sehen...
 
Tagsüber ist es hier warm bis heiß, aber abends sitzen wir mit dicken Hemden und Jacken im Cockpit und nachts ist ein Schlafsack angesagt.  Erstaunlich, dieser Temperaturunterschied zu Chagos, was für uns ja nur 11 Tage weit weg ist.  Morgens um 5:30 Uhr ruft der Muezzin, was uns an Langkawi  erinnert.  Schon am 2. Tag haben wir neue Freunde gefunden, nämlich Shi Fangfang und ihren Mann, die hier das kleine Restaurant Hai Hua Jiu Jia betreiben.  Sie sind seit 11 Jahren hier und so gastfreundlich, daß man es kaum glauben kann.  Gleich am ersten Tag luden sie uns zu Essen & Bier ein und am 28. Mai riefen sie schon wieder an.  Die Kinder seien gerade zu Besuch.  Ob wir nicht Lust hätten sie kennen zu lernen?  Wir hatten - nicht ahnend, daß es eine versteckte Einladung zu Shi Fangfangs 31. Geburtstag war.  Ihr Vater war ebenfalls da und wir waren ganz offensichtlich die Ehrengäste.  Wie bei Chinesen so üblich, bogen sich die Tische von Speisen, ich futterte schon wieder zu viel und wir waren gezwungen ganze Berge von Resten mit an Bord zu nehmen.  Davon lebten wir dann die nächsten paar Tage...
 
Am Sonntag darauf konnten wir dann die Regatta der traditionellen Segelboote beobachten, deren Masten und Großbäume aus biegsamem Bambus hergestellt sind.  Erstaunlich, wie die Dinger abzischen!  Mir blieb allerdings fast das Herz stehen, als ein ganzer Pulk von den Viechern, jedes rammelvoll mit Leuten, genau auf uns zuhielt, um dann mit vielleicht einem Meter Abstand auf beiden Seiten von uns vorbeizusegeln.  Dazu johlten die Jungs dann aus vollen Kehlen, denn der Wettkampfeifer hatte sie voll in den Krallen.
 
Montag vor einer Woche haben wir es dann endlich in den Yachtclub hier geschafft.  Für Weltumsegler ist der erste Monat umsonst, man kann die Duschen und auch sonst alles mögliche im GBYC benutzen.  So eine heiße Dusche mit richtig viel Wasser ist nach so langer  Zeit ein wirklicher Genuß! Dort haben wir auch ein paar neue Leute kennen gelernt, die hier schon länger leben. Ein Pilot aus Südafrika mit seiner französischen Frau und ein weiterer Südafrikaner mit seiner russischen Frau aus Sankt Petersburg.  Und natürlich deren Kinder.  Somit hat Aurora auch ein paar neue Spielkameraden, denn Alexandre und Nikita sprechen beide Englisch. 
 
Ein paar Arbeiten habe ich natürlich auch "schon" erledigt, die Batterien gecheckt und Diesel nachgefüllt.  Das war gar nicht so einfach, denn durch das viele Salzwasser waren die Alu-Einlässe dermaßen korrodiert, daß ich sie nur mit Gewalt öffnen konnte, indem ich die Winschkurbel mit einem Tau belegt habe, welches ich dann auf die Winsch nahm.  Man muß sich nur zu helfen wissen - sagte der Mann mit den zwei linken Händen und den zehn Daumen.  <hihi>  Wir haben noch etwa 262 Liter Diesel in den Tanks, von insgesamt etwa 669 Litern in Langkawi, so daß wir Pi mal Daumen 407 Liter verbraucht haben.  So viel war das bis jetzt noch nie & außerdem ist das Zeugs hier ausgesprochen teuer, da Mauritius ja eine kleine Insel mitten im Nirgendwo ist.  Gestern wurde uns erzählt, daß der Liter Diesel hier um die US$ 1,50 kostet! 
 
Reparaturwerkstätten irgend einer Art scheint  es in Grand Baie nicht zu geben, aber sowieso sieht es in dieser Beziehung eher schlecht aus.  Es scheint, als ob erst Südafrika wirklich gute Möglichkeiten bietet. 
 
Auch mit dem Papierkrieg habe ich angefangen.  Aurora Ulani braucht einen neuen Paß, Visa für Reunion, Madagaskar und Südafrika müssen beantragt werden.  Das kann einen fast in den Wahnsinn treiben!  Erst einmal muß man nämlich alle möglichen Dokumente aus D-Land und Taiwan anfordern, die teilweise auch noch übersetzt und notariell beglaubigt werden müssen.  So etwas kann dauern, was wir beim ersten Mal am eigenen Leib erfahren hatten.  Damals hatten wir den Prozeß in Tahiti begonnen, in Samoa weitergeführt und erst in Fidschi zu Ende bringen können...  Beide Elternteile und das Kind müssen 
persönlich auf der Botschaft erscheinen und außerdem muß diese auch über eine Fingerabdruckmaschine verfügen.  Dann wird das ganze Zeugs vom hiesigen Ehrenkonsul an die zuständige Botschaft in Madagaskar geschickt und von dort nach Berlin weitergeleitet.  Und Südafrika besteht darauf, daß Liping ihr Visum in Taiwan beantragt.  Zumindest müssen sie den ganzen Kram bei der zuständigen südafrikanischen Stelle in Taiwan verifizieren lassen.  Die Hauptstädte in Madagaskar und Südafrika sind 650 km & 550 km Luftlinie (respektive) vom nächsten Hafen entfernt...  Das wird bestimmt wieder "lustig" werden, wie die Schweizer immer sagen. 
 
Am 1. Juni haben wir uns auf die Socken gemacht, um mit dem Express-Bus nach Port Louis zu fahren.  Die Dinger fahren alle halbe Stunde und die Fahrt selbst dauert 35 bis 40 Minuten, wenn nicht gerade Feierabendverkehr ist.  Wir haben die deutsche IEMANJA mit Kapitän Arne & Familie besucht, die in der Caudon Marina (Yachthafen) mitten in der Stadt liegt.  Kostet nur etwa US$ 12 pro Tag, ist aber überhaupt nicht unser Fall.  Sehr laut, viele Leute, Dreck in der Luft und tagsüber recht heiß.  Dort sahen wir dann auch alle anderen Boote, die wir von der SSB-Funkrunde her kannten.  Außer uns liegt tatsächlich jedes einzelne Boot im Yachthafen!  Wir hatten uns schon gewundert, daß hier in der Bucht keine anderen Yachties liegen.  
 
Der französische Arzt Yvan ist mit seiner L'INTERDIT bis nach Sri Lanka gefahren, die ganze Zeit nur unter Motor, da überhaupt gar kein Wind war.  Ein anderes Boot mußte sich nach Chagos reinschleppen lassen, da der Ruderschaft gebrochen war.  Das haben sie dann bei den US-Militärs in Diego Garcia reparieren lassen, wobei sie die ganze Zeit auf dem englischen BIOT-Schiff bleiben mußten.  War bestimmt eine ausgesprochen teure Angelegenheit.  Andere Boote haben einen derart rasanten Törn gemacht, daß sie schon nach 4-5 Tagen hier angekommen sind.  Die meiste Zeit blaues Wasser an Deck, Lecks absolut überall, selbst eine Winschkurbel soll von der Tasche am Mast (!!!) weggespült worden sein.  Ka-wow! 
 
Wir selbst hatten dagegen ja den besten Törn in vielen Jahren.  Liegt aber vielleicht auch an unserer extrem konservativen Segelführung, denn oftmals hatten wir ja nur die Genua oben.  So werden wir auch in Zukunft verbleiben.  Mein Vater sagte ja schon, daß ich fast wie ein alter Opa unterwegs bin.  Von wegen am liebsten Windstärke vier von hinten und so.  <Grins>  Das stimmt auch haargenau! 
 
Wir haben unsere Chinesischen Freunde vom Restaurant Hai Hua Jiu Jia davon überzeugt, daß es eine gute Idee ist für die Yachties einen speziellen Service anzubieten.  So bekommen die Yachties jetzt 10% Rabatt, können ihre Wäsche dort günstig waschen lassen, haben WiFi/Internet dort und auch bei der Verproviantierung können die beiden behilflich sein, da sie ja ohnehin immer en gros für ihr Restaurant einkaufen.  So haben wir gestern signierte Flugblätter (Speisekarten mit Straßenkarte, die als Coupons fungieren) an die anderen Boote hier verteilt.  Später im Klub half ich dann noch einem Chaotenboot aus Reunion, Wasser zu holen.  Die Jungs hatten doch sage und schreibe genau einen einzigen Kanister! 
 
So, nun sollen wir gleich erst einmal futtern, einkaufen, arbeiten, Wasser aus dem Yachtklub holen usw. usf. 
 
Ciao for now from Mauritius,
Holg, Liping & Aurora Ulani vom Katamaran DHARMA BUM III

Sunday, April 10, 2011

//WL2K Holli042/2011 - So., 9.4.2011 - 34. Tag - 05=?ISO-8859-1?Q?=B026.81'S 071=B0?=45.81'E

Sonntag, der 10. April 2011

Moin to Hus,

Heute morgen um 7:00 Uhr Ortszeit weckte mich die beste aller Frauen & sagte mir, daß wir direkt vor der Einfahrt ins Peros Banhos Atoll in dem Chagos Archipel stünden. Dann meinte sie noch: "Am besten guckst du mal nach draußen..."

Ich sah gleich, was sie meinte. Squalls, Squalls & noch mehr Squalls. Von Horizont bis Horizont. Ich bin also gleich in meine guten Regenklamotten "Made in Taiwan" geschlüpft & los ging es durch den Paß. Die Strömung war sehr stark, aber dafür gab es keine "Bommies" (Coral Heads), so daß wir im Blindflug durch das Atoll fahren konnten. Kurz vor Mittag fiel der Anker in sehr tiefem Wasser (28 Meter), denn alles andere war zu dicht am Riff oder an anderen Booten.

Ich war noch mit dem Entwirren der Ankerkette beschäftigt , da kamen Arne aus Hamburg und sein Sohn Lennart mit grünen Trinkkokosnüssen an. Wir haben kurz geschnackt, Aurora ist mit den beiden abgezischt & ich bin los zu Yvon. Als ich nämlich Arne wegen meines Kindfaustgroßen Furunkels nach seinem "Medizin an Bord" Buch fragte, erzählte er mir, daß wir gleich zwei Ärzte hier auf den anderen Booten hätten. Das war natürlich allererste Sahne, denn das Teil tat inzwischen richtig weh und ohne vernünftige Sterilisation wollte ich da nicht unbedingt selbst dran rumdoktern.

Der sehr sympathische Franzose lebt auf einem winzigen Boot mit drei Kindern, einem oberlauten Papagei, zwei Wellensittichen, einem Pudel und seiner Frau. Schon seit vielen Jahren im Indischen Ozean. Wir verstanden uns sofort sehr gut. Er sah sich die Geschichte an & meinte, daß er am späten Nachmittag zu uns an Bord kommen würde, um die "Operation" durchzuführen.

Ich dachte erst, daß Yvon Witze macht. Dem war aber nicht so. Unser Sofa wurde zum OP-Tisch und bald ging es richtig zur Sache. So richtig mit Latex-Handschuhen, Betäubung, unzähligen Spritzen usw. usf. Dauerte auch ganz schön lange, aber das kam mir wahrscheinlich nur so vor. Schmerzhaft. Nach jeder großen Mahlzeit, soll ich 1000 mg Bristopen-Antibiotikum schlucken und außerdem noch vier Mal am Tag 1000 mg Paratecamol (aber auf gar keinen Fall Aspirin, Ibuprofen oder so was). Außerdem sollte ich anfangen Bier oder Wein zu trinken, denn bald würde es wohl weh tun <Schluck>.

Bis jetzt geht es aber noch. Die "Operation" selbst war weitaus schmerzhafter. Drinks oder gar Bezahlung hat er entrüstet abgelehnt, obwohl er alle "Zutaten" aus eigener Tasche bezahlt hat. Sieben Tage darf ich nicht ins Wasser - und solange wird er wieder kommen und nach dem Rechten sehen.

Aurora ist ob der vielen Kinder total glücklich, zumal der Sohn von Yvon von ihr Chinesisch lernen will, da er das nächstes Jahr in der Schule braucht. Wir wissen jetzt schon, daß wir uns hier mit Yvon & Arne sehr wohl fühlen werden. Und neben uns liegt überhaupt Graeme mit seiner Rebecca, der in Asian-Phuket direkt neben uns lag. Ich hatte von ihm geschrieben. Und von der Natur her ist dieses das schönste Atoll, das ich je gesehen habe. So klares Wasser habe ich bis jetzt nur auf vielen tausend Metern Tiefe gesehen (liegt an den vielen Pässen, durch die das Wasser ein- und ablaufen kann), ich konnte den Grund auf 30 Metern Tiefe (!!!) glasklar sehen. Und Fische... Wenn ich über Bord gucke, dann sehe ich so etwa 20 bis 30 fast meterlange Viecher direkt hier an meiner Bordwand. Die Kulisse ist ... schwer zu beschreiben, da die Sprache durch die vielen Reiseprospekte ermüdet ist.

Wir werden auf jeden Fall viele Fotos machen und später verschicken.

So, daß muß erst einmal genug sein. Ich bin unglaublich müde und Liping versteht nicht einmal mehr, was sie liest. Nur Aurora ist noch voll fit.

Viele liebe Grüße aus dem Paradies, dieses Mal dem wirklichen, echten, unglaublichen.

Aurora Ulani, Liping & Holli
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At 4/10/2011 4:50 PM (utc) our position was 05°26.81'S 071°45.81'E

Saturday, March 26, 2011

//WL2 Holli39/2011 - Sa., 26.3.2011 - 19. Tag - 00=?ISO-8859-1?Q?=B027.68'S 082=B0?=39.16'E

Samstag, der 26. März 2011

Moin to Hus,

Könnt ihr euch vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn man einen Laster mit viereckigen Rädern fährt? So ist das bei uns seit über zwei Tagen. Die Monatskarten sagen für dieses Gebiet leichte Winde oder gar keinen Wind an, doch wir bolzen mit etwa 7 Knoten Fahrt gegenan. Ab und zu bis 6 Beaufort, wo dann ein Reff ins Groß kommt.

Streß gab es natürlich auch jede Menge. Die Luken von Lewmar haben drei Stellungen: Auf, zu und halb auf. Liping dachte, daß sie die kleine Luke auf dem Verdeck, welche in Auroras Kabine führt, zu gemacht hatte. Tatsächlich war sie aber halb auf. Das haben wir erst gemerkt, als viele Hundert Liter Wasser auf einmal in den Bilgen schwabberten. Alles in der Kabine ist total aufgeweicht und Liping war den Tränen nahe, zumal sie sich die Suppe auch noch selbst eingebrockt hat. Doch damit natürlich nicht genug. (Ein Unglück kommt selten allein... ;-)

Als ich nämlich gerade anfangen wollte, die Stbd-Bilge leer zu pumpen, merkte ich, daß ein wahrer Fluß von Wasser durch meine Elektrik lief. Böses ahnend öffnete ich die Backkiste unterm Sofa - und richtig! Lipings Nudeln und vieler anderer Proviant schwamm in der Soße und war verdorben. Ich checkte schnell unseren Süßwassertank, aber die Reparatur hat gehalten. Außerdem schmeckte das Wasser salzig & war ganz braun. Fast so als ob es aus dem Anker-Locker kommt...

Weiter ging's. Ich konnte die Stbd-Bilge nämlich nicht leer pumpen. Der Filter vor der Pumpe war total verdreckt und somit verstopft. Nach mehrmaligem Reinigen - inzwischen war mir buchstäblich zum K*tzen - konnte ich dann pumpen. Das mache ich jetzt immer noch, denn es kommt immer neues Salzwasser nach. Nichts drastisches, aber sehr nervend.

Ich rollte die Genua ein, denn bei dem Gerummse konnte ich nicht mehr arbeiten. Trotzdem flog ein Kaffebecher durch die Gegend, explodierte irgendwo und verteilte seiner Splitter im Cockpit. Am Ende meiner Wache folgte ein Glas Bier diesem Beispiel. Die Genua war immer noch aufgerollt, auf dem Fußboden überall zum Trocknen ausgebreitete Nahrungsmittel & Liping war so richtig glücklich als sie geweckt wurde.

Dazu kommt, daß es nicht in die richtige Richtung geht, so daß wir eventuell den Äquator noch einmal von Süden nach Norden überqueren werden.

So, nun will ich hoffen, daß diese eMail Vadder & Moe noch vor ihrem Urlaub erreicht.

Viele liebe Grüße schicken Aurora Ulani, Liping & Holli
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At 3/26/2011 11:03 AM (utc) our position was 00°27.68'S 082°39.16'E
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At 3/26/2011 11:08 AM (utc) our position was 00°27.53'S 082°38.69'E

Wednesday, March 23, 2011

//WL2 Holli38/2011 - Mi., 23.3.2011 - 16. Tag

Mittwoch, der 23. März 2011

Moin to Hus,

Was macht der Yachtie, wenn er ausnahmsweise einmal ein wenig Zeit hat? Er liest Segelbücher. <Grins> Über einen der Autoren mußte ich mich allerdings echt ärgern. Er schreibt über die Vendee Globe (allein, non-stop, rundrum), aber er selbst hat seine geplante Weltumseglung schon abgebrochen, nachdem er von Amiland bis zu den Jungferninseln in der Karibik gekommen war. Angeblich ein "erfahrener Segler", merkt man bei jedem zweiten Paragraphen, daß der Junge von Tuten und Blasen keine Ahnung hat. Und so etwas läßt ein großes Verlagshaus auf den Markt, wo es unter Neulingen & Anfängern richtig großen Schaden anrichten kann.

Ansonsten hatten wir erste Regenschauer, was wohl bedeutet, daß wir der ITCZ (Doldrums) allmählich näher kommen. Segeln können wir auch wieder, nur leider nicht in die gewünschte Richtung. Die Strömung setzt jetzt immerhin statt nach NO direkt nach Osten, aber der (wenige) Wind kommt nach wie vor genau von vorne. Wir haben also die Wohl von "nach Westen" oder "nach Süden". Ich habe mich für Süden entschieden, damit wir endlich dem Äquator näher kommen. Denn nur südlich des Äquators kann sich die Strömung für uns günstig entwickeln.

Auf Mittelwelle (UTC 13:00 Uhr & 15.640 kHz) kann ich zur Zeit sogar Deutsche Welle empfangen, so daß wir halbwegs auf dem Laufenden sind. Heute habe ich den BIOT-Leuten in London eine eMail geschickt, um anzufragen, ob wir das Datum für die Ankergenehmigung ändern können. Viel Hoffnung habe ich zwar nicht, aber fragen kostet ja nichts.

Ich muß überhaupt sagen, daß der Törn 1989 mit BJ damals um Ecken romantischer war als der jetzige. Wir saßen bei Kerzenschein, schrieben unsere langen Briefe auf Papier & hofften, daß die Sache mit der "Poste Restante" klappen würde. Navigation per Sextant, Stoppuhr, billigem Transistorradio, dem Nautischen Almanach, den H.O. 249 Tafeln und richtigen (teuren!!!) Seekarten aus Papier. Der Kühlschrank wurde mit Propan betrieben und grenzte unter anderen Yachties an ein Wunder. Heutzutage fehlt einem ja im Prinzip überhaupt nichts mehr. Ich nehme an, daß Internet-über-Satellit demnächst auch total normal sein wird.

Liping sieht diese Sachen etwas anders als ich. Während ich z.B. das "Röcheleisen" als überaus störend und fast schon als Verletzung meiner Yachtie-Ethik ansehe (Wie können die Jungs die Stille des Ozeans genießen, wenn das Boot nie wirklich zur Ruhe kommt, wenn Dieselgestank und Geratter bei Wind unter 10 Knoten zum Normalfall wird?), so will meine liebe Frau lieber "vernünftig" sein und die Annehmlichkeiten der Zivilisation auch nutzen. (Da werde ich dann meinerseits "vernünftig" und erfülle der besten aller Frauen ihren Wunsch ;-) Trotzdem würde ich am liebsten den Diesel nur im echten Notfall benutzen & lieber ein paar Wochen in einer Flaute rumdümpeln, als den vermaledeiten Volvo anzuschmeißen.

Und was die modernen Regatten betrifft: Da kann ja wirklich nur noch der Profi-Segler mit einem finanziellen Hintergrund von Millionen mitreden. Und da ich eher in die Fußstapfen von Bernard Moitessier, als in die von Ober-Regattasegler Eric Tabarly (Ex-Militär) treten würde, so geht mir die ganze Dimension der ersten Um-die-Welt Regatten heutzutage ab.

Wenn, ja wenn, sie eine Regatta ausschreiben würde, die

1. alleine für Amateure wäre
2. keine Sponsoren zulassen würde
3. ein eng begrenztes - gerade noch realistisches - Maximalbudget hätte und die dann von z.B.
4. Auckland nach Auckland, allein, nonstop, um die Welt gehen würde,

dann, ja dann, würde ich der Geschichte bestimmt mit Interesse folgen. Und ich kann mir durchaus vorstellen, daß einige von meinen Freunden an so einer Amateur-Regatta teilnehmen würden. Ist bestimmt mal wieder total naiv und komplett hirnrissig, dieser Gedanke.

So, nun muß ich mal gucken ob ich diese eMail heute überhaupt noch los werden kann.

Viele liebe Grüße schicken Euch Aurora Ulani, Liping & Holli
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At 3/23/2011 2:28 PM (utc) our position was 01°01.36'N 085°04.57'E
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At 3/23/2011 2:28 PM (utc) our position was 01°01.35'N 085°04.57'E

Thursday, March 10, 2011

//WL2 Holli33/2011 - Do., 10.3.2011 - North off Sumatra - 06=?ISO-8859-1?Q?=B030.45'N 097=B0?=26.60'E

Moin to Hus, Donnerstag, der 10. März 2011

Vor Ko Lipe lagen dermaßen viele Boote, daß wir lieber vor Ko Adang geankert haben, und zwar in der Passage zwischen den beiden Inseln auf sechs Meter Tiefe und Sand. Optimal also. Ich bin dann gleich über Bord gegangen, um eine letzte Säuberung des Unterwasserschiffes vorzunehmen. Ist ja doch wesentlich einfacher, wenn man sehen kann was man so tut. Weniger schön waren die winzigen Quallen, die mich an etlichen Stellen erwischt und verbrannt haben. Das dauert dann immer so um die 10 Tage, bis das wieder weg ist.

Wir haben dann noch eine geruhsame Nacht verbracht, wurden allerdings im Morgengrauen von bösem Geschaukel geweckt. Zu unserer Überraschung wehte es mit etwa 20 Knoten aus Osten, so daß wir gar nicht lange gefackelt haben, sondern sofort losgesegelt sind, um diesen wunderbaren Wind nutzen zu können. Wir gedachten das Schlauchboot und den Außenborder später bei Flaute besser zu verstauen.

Bis jetzt hat es allerdings noch keine richtige Flaute gegeben, so daß wir mit vier Beaufort genau von achtern gemütlich dahersegeln. Vorhin wollte ein Fischerboot irgend etwas von uns. Als ich abgewunken habe - der Knabe schaukelte wie toll in den Wellen & ich hatte absolut keine Lust auf ein Ramming - drehten die Jungs allerdings ab und verschwanden wieder. In der Nacht hat es ordentlich geregnet, denn schon jetzt fängt es wieder an mit den Gewitterböen. Aurora Ulani ist ein wenig seekrank und ihre Eltern sind recht müde. Wir müssen uns erst wieder an den See-Rhythmus gewöhnen.

http://www.pangolin.co.nz/yotreps/tracker.php?ident=WDC7641

Sonst weiter nichts neues.

Viele liebe Grüße von Aurora Ulani, Liping & Holli
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At 3/10/2011 5:57 AM (utc) our position was 06°30.45'N 097°26.60'E

Thursday, March 03, 2011

Abschied von Langkawi

Am Sonntag werden wir hier in Kuah, Langkawi, Malaysia ausklarieren und dann auch bald hier abhauen. Über Ko Lipe in Thailand planen wir dann nach Chagos (BIOT) zu segeln, wo wir spätestens am 25. April wieder weg müssen. Weiter dann nach Mauritius, wo wir maximal drei Monate bleiben dürfen. Anschließend geht es wohl nach Réunion, Madagaskar & Südafrika, wo wir wahrscheinlich unser nächstes Weihnachtsfest feiern werden.

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Thursday, December 23, 2010

Frohe Weihnachten & einen Guten Rutsch ins Neue Jahr wünschen Holger, Liping & Aurora Ulani auf der DHARMA BUM III

Liebe Freunde,                                                           23. Dezember 2010
 
Frohe Weihnachten & einen guten Rutsch ins Neue Jahr wünschen Euch Aurora Ulani, Liping & Holger auf der DHARMA BUM III! 
 
Vor einem Jahr hatten wir das Weihnachtsfest in Batam (Indonesien) gegenüber von Singapur gefeiert.  Jetzt sind wir schon seit über einem Jahr per Boot in Asien, was ein gewaltiger Unterschied ist zu dem Leben an Land.  Und eine gänzlich andere Erfahrung als jene, die ein Tourist oder Backpacker machen würde. Das wußten wir natürlich im Vorhinein, aber die persönliche Erfahrung ist wesentlich eindringlicher. 
 
Singapur erinnerte uns sehr an Taiwan und wir haben dort viele neue Freundschaften geschlossen.  Wir hatten keinerlei unangenehme Erfahrungen und hatten auch keine Streß mit den angeblich so drakonischen Bestimmungen und Verboten dort.  Wir denken oft und gern an die Zeit dort zurück.  Selbstverständlich war der Fernsehfilm der dort über uns gedreht wurde, ein besonderes Highlight und ist ein ausgezeichnetes Souvenir für uns. 
 
Malaysia gefällt uns auch sehr gut.  Wir haben fast die ganze Zeit in Langkawi verbracht, dort aber keine größeren Arbeiten am Boot machen lassen.  Dafür war Phuket vorgesehen und schon bald mußten wir feststellen, daß Phuket nicht wirklich Thailand ist.  Es ist eine reine Touristenenklave und viele dieser ehemaligen Touristen haben sich inzwischen dort niedergelassen.  Das ist heutzutage ganz einfach, besonders wenn man über 50 ist. 
 
Wir holten DHARMA BUM III im Asian Phuket Marine and Dockyard aus dem Wasser und anfangs lief auch alles ganz wunderbar.  Wir freundeten uns mit dem Manager Jeab an, der ganz vernarrt in unsere Tochter war.  Obwohl die Werft um einiges teurer war als Norsand Boatyard in Neuseeland, so schienen doch die Arbeiter ungleich billiger.  Schon am zweiten Tag wurden unsere beiden Maschinen und Saildrives ausgebaut und zwar von Virat Hlanden und seiner Gang.  Kurze Zeit später fing Khun Oz mit seinen Jungs an unser Boot für die großen Malerarbeiten vorzubereiten.  Eigentlich hatte ich vorgehabt, diese zuletzt machen zu lassen aber dummerweise habe ich mich überreden lassen, daß es nichts ausmachen würde.  Pustekuchen! 
 
Eine andere Firma machte sich an das Innere.  Ein neuer Himmel überall, neue Polster, neue Vorhänge und viele andere Sachen wurden gemacht.  Ich muß zugeben, daß unser Boot jetzt wirklich schön aussieht, sowohl von außen wie auch von innen.  Trotzdem waren die über fünf Monate auf der Werft eine der frustrierendsten und ärgerlichsten Erfahrungen, die wir in den letzten Jahren so gemacht haben. 
 
Schon nach kurzer Zeit ging es nur noch im Schneckentempo voran und das obwohl wir die ganze Zeit an Bord lebten und immer zur Hand waren.  Und niemand, mit der ruhmreichen Ausnahme von unserem Tischler Sutin Pensawat hatte auch nur die bescheidensten handwerklichen Fähigkeiten.  Die schlechtesten Erfahrungen machten wir mit der Generalüberholung der beiden Diesel und Antriebe.  Obwohl wir diese an Land getestet hatte, machten sie später erhebliche Schwierigkeiten, sobald wir im Wasser waren. 
 
Keine der beiden Maschinen wollte anspringen, so daß wir den Mechaniker um Hilfe bitten mußten.  Auf dem Weg zum Ankerplatz wurde eine Maschine zu heiß, so daß ich sie schnellstens abstellen mußte.  Die andere produzierte keinen Strom.  Der sogenannte Elektriker-cum-Mechaniker Virat Hlanden hatte das Massekabel nicht vernünftig installiert, so daß sowohl die Lichtmaschine als auch der teure externe Xantrex Alternator Regulator (XAR) Regler den Geist aufgaben.  Die Lichtmaschine hatte ich gerade erst in Neuseeland gekauft.  Da war ich dann mal wieder so richtig glücklich!  Dazu kam noch, daß sowohl das Motor- als auch das Getriebeöl aus den Maschinen und dem Saildrives siffte, und zwar in ganz erheblichen Mengen.  Immerhin kam kein Wasser in die Saildrives hinein...
 
Dann bemerkte ich, daß unser Außenborder plötzlich nicht mehr anspringen wollte.  Als ich die Haube abnahm, bemerkte ich sofort einen klaffenden Riß unter dem unteren Zylinder.  Die Jungs in der Werft müssen das Teil runtergeschmissen haben.  Natürlich haben die dazu kein Wort verlauten lassen.  Der Schaden war irreparabel, so daß mir nichts anderes übrig blieb als tief in die Tasche zu greifen und einen neuen Motor zu kaufen. 
 
Da war ich dann bald so sauer, daß ich mich mit Mordgedanken trug.  Glücklicherweise behielt die Vernunft die Oberhand und ich befinde mich nach wie vor auf freiem Fuß.  ; - )
 
Sehr traurig fanden wir, daß wir bis auf Sutin keinen einzigen Thai-Freund in Phuket kennengelernt haben.  Jeder, der uns ein wenig besser kennt, weiß daß diese Freunde zu den Hauptgründen gehören, warum wir auf diese oft unbequeme, anstrengende und manchmal auch gefährliche Weise leben.  In dieser Hinsicht war Phuket ein Schuß in den Ofen.  Aber voll!  Glücklicherweise halfen uns unsere ausländischen Freunde über diese Enttäuschung hinweg.  Vielen Dank, Jungs! 
 
Was wirklich wunderschön ist, sind die Inseln zwischen Langkawi und Phuket.  Das sind die Ecken von denen man träumt.  Unzählige Sachen sind unter Wasser zu sehen, Schönheit an Land, ruhig, friedlich und einsam.  Bevor wir aus dieser Ecke verschwinden, hoffen wir diese Ankerplätze ein weiteres Mal genießen zu können. 
 
Auf dem Törn zurück nach Langkawi waren wir viel zusammen mit den Schweizern Martin, Theres und Ann von der STYRR.  Normalerweise bevorzugen wir es alleine zu segeln, in unserem ganz eigenen sehr langsamen Rhythmus.  Es war etwas völlig Neues mal mit einem anderen Boot zusammen zu segeln. 
 
Wir kamen ganz wunderbar miteinander aus.  Die beiden Kinder spielten zusammen, die Erwachsenen unterhielten sich und es wurde nie langweilig.  Ich kann es immer noch nicht so recht fassen, daß Martin diesen antiken Rahsegler oft ganz alleine segelt.  Und wie er mit den beiden uralten Rolls Royce Motoren fertig wird, wird mir wohl auch immer ein Rätsel bleiben.  Hut ab! 
 
Zurück in Langkawi haben wir erst einmal unsere Freundschaft mit der Chinesischen Familie von
Sin Hwa Cold Storage erneuert.  Aurora Ulani freute sich ganz besonders endlich wieder mit Junxuan und Ningning spielen zu können. Unser Freund mit der Bananenplantage, Abraham/Ibrahim war gerade auf See, um zu fischen aber als er ein par Tage später wieder da war, konnten wir uns auch wieder treffen. 
 
Dann mußten wir natürlich damit anfangen, all die Schäden zu beheben, welche die Jungs in Phuket angerichtet hatten, aber ich werde Euch nicht mit den Details langweilen.  Inzwischen haben wir einen nagelneuen 15 PS Außenborder von Yamaha und auch die Lichtmaschine wurde neu gewickelt. 
 
Bald dürfte die STYRR hier wieder eintrudeln und auch die Ankergenehmigung für den Tschagos Archipel haben wir schon erhalten.  Als nächstes kommen die Visa für Mauritius, Madagaskar und Südafrika dran und irgendwann soll es dann los gehen über den Indischen Ozean.  Wir planen uns weit abseits von den Gebieten zu halten, wo die Piraten zur Zeit ihr Unwesen treiben. 
 
Am 30. Dezember wird Aurora Ulani ihren siebenten Geburtstag feiern.  Bis jetzt hat sie das jedes Jahr in einem anderen Land gemacht.  Mit der Schule läuft es ebenfalls prima, obwohl ich sagen muß daß es doch eine Menge Arbeit für die Eltern ist.  Bis gegen 10:00 Uhr morgens oder kurz danach unterrichte ich Deutsch, wonach Liping mit Chinesisch und der Calvert School an der Reihe hist.  Das dauert dann bis Mittags oder oft auch noch weit in den Nachmittag hinein.  Aurora Ulani ist zur Zeit komplett dreisprachig; im Verstehen, Sprechen, Lesen und Schreiben.  Ihre beste gesprochene Sprache ist ihre Muttersprache Mandarin-Chinesisch, ihre beste geschriebene Sprache ist Englisch.  Deutsch Lesen klappt auch ganz gut, aber beim Schreiben strandet sie oft an den Klippen der deutschen Grammatik.  Dies ist einer der Gründe warum ich jetzt eine weitere Stunde Deutschunterricht ins Programm genommen habe. 
 
Vor einiger Zeit hat mich meine schöne und einzigartige Frau mal wieder sehr überrascht, als ich sie nämlich fragte, was wir wohl machen sollen, wenn wir unseren Kutter in der Karibik nicht vernünftig verkauft kriegen.  Ihre Antwort war: "Dann segeln wir eben noch einmal über  den Pazifik! Warum nicht?"  Warum also nicht?!?  Sie deutete darauf hin, daß Kinder in Taiwan erst mit 12 auf die Junior High School kämen, während man in D-Land schon im Alter von 10 Jahren aufs Gymnasium kommt.  Das würde heißen, daß wir noch fünf Jahre lang diesen höchst interessanten Lebensstil genießen könnten statt wie ursprünglich geplant nur noch maximal drei weitere Jahre.  Wir werden sehen.  Auf jeden Fall wird das Leben auch weiterhin höchst interessant und aufregend bleiben. 
 
Wir hoffen, daß es Euch allen gut geht und daß wir bald einmal wieder etwas von Euch hören werden!
 
Viele liebe Grüße aus Kuah, Langkawi, Malaysia schicken Euch Holger, Liping & Aurora Ulani auf dem Kat DHARMA BUM III
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06°19,15'N 099°50,52'O